Wörtlich bedeutet “Mariapoli” Stadt Mariens. Sie ist die Veranstaltung, die die Bewegung am besten charakterisiert: Menschen aller Richtungen und aller Generationen treffen sich mehrere Tage, um miteinander Geschwisterlichkeit einzuüben im Licht der Werte des Evangeliums.

Diese originelle Erfahrung geht bis an die Anfänge der Bewegung zurück und findet auch heute noch in vielen Ländern der Welt statt. Die „Goldene Regel“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Tage der Mariapoli: Behandele die anderen so, wie du selbst von ihnen behandelt werden möchtest. Und alle Teilnehmer (zumindest diejenigen, die sich ganz darauf einlassen) machen tatsächlich die Erfahrung, dass es möglich ist, im Alltag diese Maxime umzusetzen, wenn die Grundlage jeder Begegnung Offenheit ist, Zuhören können, füreinander Geschenk sein, nichts vom anderen erwarten.

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick

In der schwierigen Nachkriegszeit, als die europäischen Völker versuchten, die Wunden des Zweiten Weltkrieges zu heilen, trafen sich in jedem Sommer in den Dolomiten immer mehr Menschen der entstehenden Fokolar-Bewegung: Jugendliche, Familien, Politiker, Arbeiter, Kirchenleute. Sie alle bilden die Mariapoli, ein Stück durch das gelebte Evangelium erneuerter Gesellschaft. Es treffen sich Italiener, Österreicher, Südtiroler, Franzosen, Deutsche. Vorurteile brechen zusammen, Hass verschwindet aus den Herzen: „Handwerker, Studenten, Mediziner, Abgeordnete und Arbeiter kommen zur Mariapoli und sind alle gleich. Was bedeuten schon Karriere und Titel, wenn wir alle Geschwister sind?“, hieß es in einem Lied aus dieser Zeit, sozusagen dem Hit der Mariapoli, der auch heute noch für alle Mariapolis in der Welt gilt.

Die Fokolar-Bewegung breitete sich sehr schnell aus: zuerst in Italien, 1952 kamen andere europäische Länder dazu, 1958 außereuropäische Länder. 1959 kamen 10.000 Menschen in die Mariapoli nach Fiera di Primiero. 27 Länder verschiedener Kontinente waren dort vertreten. Damals und ein Jahr später auch in der Mariapoli, die in Fribourg in der Schweiz stattfand, sprach Chiara Lubich über die Einheit der Völker und übertrug auf sie das Gesetz der gegenseitigen Liebe: „Das Land des anderen wie das eigene lieben“.

Auch heute noch finden die Mariapolis in allen fünf Kontinenten statt. Sie bilden das Modell für die sogenannten „ständigen Mariapolis“, die Siedlungen der Bewegung. Zur Zeit gibt es in der Welt 20 unterschiedlich entwickelte Siedlungen. Die erste entstand 1964 in Italien: Loppiano.

Aus dem Leben

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Während die internationale Caritas eine breit angelegte Sensibilisierungskampagne lanciert, die von Papst Franziskus ausdrücklich unterstützt wird, treffen sich 230 Mitglieder der Fokolar-Bewegung in Al Btar in Syrien, um nach fünf Jahren wieder die Erfahrung einer Mariapoli zu machen. Eine Oase des Friedens, um mit der Aktion #PeacePossibile4Syria zu beginnen.

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Drei Mitglieder der Fokolar-Bewegung aus Bobo Dioulasso machten sich auf den Weg nach Niger. Dabei haben sie Station gemacht in Dori, der nördlichsten Stadt von Burkina Faso, wo sie ein Bischof und viele andere Freunde festlich empfangen haben. In diesen Ländern der Sahelzone sind die Christen in der Minderheit.

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Kriege und permanente Unruhen haben das blühende, gastfreundliche Land des Nahen Ostens in die Knie gezwungen. Viele wurden zur Migration gezwungen, aber andere haben sich zum Bleiben entschlossen. Die Kraft dazu finden sie im gelebten Evangelium.

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