Quadro di Gabriele Marsili: Cielo e terra

Die Spiritualität der Einheit gliedert sich in 12 Schwerpunkte:

  1. Gott ist die Liebe
  2. Ein Leben im Willen Gottes
  3. Gelebtes Evangelium
  4. Die Liebe zum Nächsten
  5. Die gegenseitige Liebe
  6. Die Gemeinschaft mit Jesus in der Eucharistie
  7. Einheit, das Testament Jesu: Alle sollen eins sein
  8. Die bevorzugte Liebe zu Jesus in seiner Verlassenheit
  9. Maria als Vorbild
  10. Lebendige Kirche sein
  11. Auf die Stimme des Heiligen Geistes hören
  12. Die Gemeinschaft des auferstandenen Christus unter uns

Für Chiara Lubich bedeutet die Spiritualität der Einheit nicht einfach die Formulierung eines theologischen, geistlichen Konzeptes, das in ihrem Kopf entstanden ist, sondern es geht um konkrete  Umsetzung, um etwas Neues, Lebendiges. In der gesamten Kirchengeschichte, bei allen Heiligen, bei allen Gemeinden geht es immer um eine Konstante: der einzelne Mensch muss seinen persönlichen Weg zu Gott finden. Das gilt auch für die Spiritualität der Einheit. Die Erfahrung, die der Einzelne mit Gott macht, ist einmalig und unwiederholbar. Die Spiritualität, die aus dem Charisma der Einheit erwächst, das der Heilige Geist Chiara anvertraut hat, fügt zu dieser notwendigen persönlichen geistlichen Erfahrung die gemeinschaftliche Komponente hinzu. Auch in der Vergangenheit wurden gemeinschaftliche Aspekte des Weges zu Gott betont, das ganze Evangelium in sich ist auf Gemeinschaft angelegt. Es genügt, an das Beispiel des heiligen Basilius und seiner Gemeinschaften zu denken.

Chiara Lubich fügt durch „ihre“ Spiritualität eine neue Note in das „gemeinsam zu Gott gehen“ hinzu: die Einheit in Christus, die das Johannesevangelium betont: „Alle sollen eins sein. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns eins sein“ (Joh 17,21). In Chiara wird diese Einheit zum Lebensstil.

Zeitgenössische Theologen haben eine „gemeinschaftliche Spiritualität“ vorher gesehen, das II. Vatikanum hat sie eingefordert. Karl Rahner hat sich z.B. die Spiritualität der künftigen Kirche als „geschwisterliche Gemeinschaft“ vorgestellt, „in der man gemeinsam eine Erfahrung des Geistes macht“. Das II. Vatikanische Konzil hat sein Augenmerk auf die Kirche als Leib Christi und als Volk Gottes gerichtet, verbunden durch das Band trinitarischer Liebe.

Die große Heilige und Kirchenlehrerin Teresa von Avila sprach von einer „inneren Burg“. Die Spiritualität der Einheit trägt zu einer „äußeren Burg“ bei, in der Christus selbst lebendig ist und jeden Winkel dieser Burg mit seinem Licht erhellt.

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