10° anniversario della Dichiarazione congiunta sulla dottrina della giustificazione. Augsburg, 31/10/2009Christen aus 350 Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften: fest eingebunden in die eigene Kirche und gleichzeitig fähig, mit Christen anderer Kirchen in Verbindung zu treten. So lebt die Fokolar-Bewegung „Ökumene“.

Die Ziele. Die Fokolar-Bewegung möchte mithelfen, dass die Mauern, die heute noch die Kirchen trennen, einstürzen. Sie baut Vorurteile ab und schafft neue Räume für den Dialog. „Der Dialog des Lebens“ ist ein Ort, an dem Christen verschiedener Kirchen zeigen, dass sie miteinander leben können.

Das Fundament. Es liegt im Evangelium, das im Licht der Spiritualität der Einheit gelebt wird. Christen verschiedener Kirchen, die danach leben, spüren den Wunsch, die Gemeinsamkeiten der Kirchen zu entdecken und das geistliche Leben der einzelnen Kirchen zu vertiefen und für alle nutzbar zu machen. Das Neue liegt darin, dass sich alle zur gleichen Familie dazu gehörig fühlen, verbunden durch das Neue Gebot „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt“ (Joh 13,34).

Ein neuer ökumenischer Weg. 50 Jahre nach den ersten Ansätzen ökumenischer Arbeit der Fokolar-Bewegung hat sich der „Dialog des Lebens“ herauskristallisiert, jener typische Beitrag, den das Volk Gottes zur Annäherung der Kirchen leisten kann. Chiara Lubich stellte fest: „Im Lauf der Jahrhunderte ist jede Kirche gleichsam in sich erstarrt, um sich gegen die Gleichgültigkeit, das Unverständnis oder gar den gegenseitigen Hass zu wehren. Heute müssen wir das durch ein Mehr an Liebe wieder wett machen. Die ganze Christenheit müsste von einem Brand der Liebe erfasst werden.“ (2. Ökumenische Versammlung 1997 in Graz).

Die Früchte. Die Früchte haben sich weltweit vervielfacht. Der Dialog des Lebens ist zum Dialog des Volkes geworden. Heute gehören Christen aus über 350 Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften zur Fokolar-Bewegung. Unter ihnen auch Bischöfe, die jährlich zusammenkommen, um die Spiritualität der Einheit zu vertiefen und ihre Gemeinschaft in Christus zu stärken.

In Europa, im Nahen Osten und in Amerika wurden „Ökumenische Schulen“ und ökumenische Fortbildungskurse für Angehörige der Fokolar-Bewegung gegründet.

Bereits 1968 ist in Ottmaring, in der Nähe von Augsburg, eine ökumenische Siedlung entstanden, aufgebaut von der Fokolar-Bewegung und der „Bruderschaft vom Gemeinsamen Leben“, die sich das Gebet Jesu um die Einheit zu Eigen gemacht hat. Heute bewohnen 120 Menschen die Siedlung. Sie machen die Einheit sichtbar und bezeugen, dass sie bereits unter Christen verschiedener Kirchen Wirklichkeit ist.

Insieme per l'Europa, Stoccarda 2004Miteinander für Europa. 1999 beginnt ein gemeinsamer Weg von Bewegungen verschiedener Kirchen: „Miteinander für Europa“. Er gründet auf dem Bündnis der gegenseitigen Liebe. Dabei geht es um ein gemeinsames Engagement für das Gemeinwohl, den Schutz des Lebens in all seinen Phasen, für Familie, Frieden, gerechte Verteilung der Güter, Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung – all diese Punkte sind im Schlussdokument der internationalen Veranstaltung in Stuttgart im Jahr 2007 enthalten.

Geschichte. Dieser Dialog fand seinen Anfang in einer Begegnung zwischen Chiara Lubich und den Darmstädter Marienschwestern. Die evangelisch-lutherischen Christen waren tief getroffen von dem einfachen, aber radikalen Vorschlag Chiaras, das Leben am Wort Gottes auszurichten. Nach vielen Kontakten und Begegnungen wurde dann noch im gleichen Jahr das Ökumenesekretariat der Fokolar-Bewegung, das „Centro Uno“ in Rom gegründet. Igino Giordani war der erste Leiter des Büros bis zu seinem Tod 1980.

Die ersten Begegnungen mit anglikanischen Christen fanden noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil statt. 1966 trifft Chiara Lubich in London den Primas der Anglikanischen Kirche, Michael Ramsey. Seitdem haben alle anglikanischen Kirchenführer bis zum gegenwärtigen Primas Rowen Williams die Verbreitung der Spiritualität der Fokolar-Bewegung in der anglikanischen Kirche gefördert.

1967 folgte die erste Begegnung zwischen Chiara Lubich und dem Weltkirchenrat in Genf.

Die Beziehungen zu den orthodoxen Kirchen gründen in der historischen Begegnung zwischen Chiara Lubich und dem damaligen Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Athenagoras I. „Es war am 13. Juni 1967“, erzählt Chiara selbst. „Er hat mich empfangen, als würden wir uns schon lange kennen. ‘Ich habe auf Sie gewartet’, hat der Patriarch ausgerufen. Dann wollte er die ganze Geschichte unserer Begegnungen mit lutherischen und anglikanischen Christen hören“. Insgesamt hat Chiara 25mal Athenagoras I getroffen. Die Beziehungen gingen dann weiter mit Demetrios I und später mit dem jetzigen Patriarchen Bartholomäus I. Sie sind gekennzeichnet von großer Wertschätzung und tiefer Freundschaft. In der Zwischenzeit wurde die Spiritualität der Fokolar-Bewegung auch von anderen orthodoxen Kirchen aufgenommen. Der Dialog erweiterte sich auf syrisch-orthodoxe, koptische, äthiopische, armenische und assyrische Christen.

Kontakt

Centro “Uno” per l’unità dei cristiani

Via della Pedica 44 A

00046 Grottaferrata (Roma-IT)

Tel.: 0039-06-9411825

Fax: 0039-06-94147833

E-Mail: centrouno@focolare.org

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