comunità in MessicoIn einem Interview antwortete Chiara Lubich auf die Frage nach der Struktur der Bewegung: „Bevor ich darüber spreche, möchte ich ganz deutlich unterstreichen, dass wir uns als eine Gesamtheit verstehen, die zunächst untereinander die Botschaft verwirklicht, die sie in die Welt tragen möchte: die Einheit. Wenn wir so gesehen werden, fühlen wir uns verstanden. Wir sind eine einzige Wirklichkeit und gehören untrennbar zusammen. Johannes Paul II hat einmal im Hinblick auf die Mitgliederzahlen der Bewegung kommentiert: „Ihr seid ein Volk.“ Das ist die Bewegung! Die Unterschiede kommen erst in zweiter Linie. Sie bestehen in unterschiedlichen Berufungen und Aufgaben, die aber alle auf das Ziel der Einheit ausgerichtet sind.“

Es war immer schwierig, die Menschen in Zahlen zu fassen, die vom Ideal der Einheit berührt worden sind; völlig unkalkulierbar der Einfluss der Medien zum Beispiel, die immer häufiger über die Bewegung berichten. Man schätzt etwa zwei Millionen Anhänger und Sympathisanten. Im Umfeld der einzelnen Mitglieder des Werkes Mariens haben sich  im Lauf der Jahre Gruppen von  Menschen gebildet, die von ihrem Zeugnis angesteckt  wurden, sich  aber nicht in gleicher Weise innerhalb der Bewegung binden wollen. So ist um die verheirateten Fokolare die Familienbewegung entstanden, um die Freiwilligen die Bewegung für eine neue Gesellschaft, um die Gen die Kinder und Jugendlichen für eine geeinte Welt, um die Diözesanpriester die Priesterbewegung, die Pfarrbewegung und die Diözesanbewegung und um die Ordenschristen die Bewegung der Ordenschristen, zu der auch angehende Ordensleute (GenRe) gehören.
“Wesentlicher Bestandteil unseres Werkes”, schrieb Chiara 1979, “sind die Aderenti, die Freunde der Bewegung”. Sie haben keine spezielle Berufung, aber sie versuchen, das Ideal der Einheit in ihrer Umgebung umzusetzen. Sie teilen die Ziele des Werkes und nehmen an seinen Veranstaltungen teil. Die Sympathisanten schätzen das Werk oder einen Teilaspekt davon und unterstützen es durch ihr Gebet oder auf andere Weise.

Dieses „Volk“ hat die Grenzen der Katholischen Kirche überschritten und zählt inzwischen zu seinen Angehörigen auch Vertreter anderer christlicher Kirchen, anderer Religionen und auch Menschen, die sich zu keiner Religion zugehörig fühlen. Jeder gehört zur Fokolar-Bewegung in dem Maß, in dem es ihm seine Kirche, sein Glaube oder sein Gewissen erlaubt.
Chiara erklärt die vielschichtige Zusammensetzung dieses Volkes anhand der Madonnendarstellung in Kirchen des Mittelalters:
„Um die universelle Mutterschaft Mariens zum Ausdruck zu bringen, wird sie oft mit ihrem Mantel dargestellt, der Schlösser und Kirchen umfängt und  Handwerker und Mönche, Bischöfe und Mütter, Reiche und Arme  schützt, also die Städte mit all ihren Bewohnern.… Hier ist etwas Ähnliches der Fall, die Bewegung gleicht einer lebendigen Kopie dieser Darstellung. Das Werk Mariens ist wie ein Mantel, der Teile der Kirchen und der Menschheit umfängt, weil es von Gott die Gabe erhalten hat, sie zu einer Familie zu machen. Es ist eine Gabe, ein Charisma, das dieses Werk Maria ähnlich macht in ihrer mütterlichen und einenden Aufgabe“.

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