Giulio Marchesi

 
Der erste Fokolar aus Rom (28. Januar 1914 – 13. Oktober 1996)
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Der Erfolgsmanager findet in der Spiritualität Chiara Lubichs die Einfachheit des Evangeliums und den Sinn seines Lebens.

„Es war Anfang November 1949. Ich hatte die Einladung zu einem Treffen angenommen, bei dem Graziella De Luca, eine der ersten Gefährtinnen Chiaras, sprechen sollte. Ich ging ungern hin und nahm mir vor, so bald wie möglich wieder zu verschwinden. Um mir die Zeit zu vertreiben, wollte ich alle Häresien zählen, die diese Frau im Laufe ihres Vortrages vertreten würde. Aber damit war nichts: ich saß wie angewurzelt drei Stunden auf meinem Platz, ohne es zu merken. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich zutiefst von etwas erfüllt“.

Giulio hatte damals sein Ingenieurstudium mit der Bestnote abgeschlossen und arbeitete als Direktor bei den römischen Gaswerken.

Der Beruf machte ihm Freude und schenkte ihm auch viel Befriedigung, doch innerlich fühlte er sich ausgelaugt. Er war sehr engagiert in der Lokalpolitik und im Verband der Katholischen Aktion, aber seine Lebenserfahrung führte ihn zu der Überzeugung, dass der Mensch sich nur von seinem Egoismus leiten ließe und die Menschheit allgemein kein Glück erwarten könne.

Das war sein innerer Zustand, als er dem Ideal Chiaras begegnete, die erst seit kurzem in Rom lebte. „Mir war klar, dass mich dieses erste Treffen so unglaublich beeindruckt hatte, weil alles aus dem gelebten Evangelium kam. So begann auch ich damit, es Wort für Wort zu leben. Meine Beziehungen zu Gott und zu den Menschen änderten sich von Grund auf. Ich fühlte mich endlich, als freier Mensch“.

Giulio trat in Rom ins zweite Männerfokolar der Geschichte ein. Er stellte alles, was er war und hatte in den Dienst der entstehenden Bewegung.

Chiara beauftragte ihn damit, sich um den Aspekt der Arbeit und der Gütergemeinschaft  zusammen mit Giosi Guella innerhalb der Bewegung zu kümmern, d.h. konkret, dafür zu sorgen, dass alles unter den Fokolaren kreiste, materielle und geistige Güter, wie es unter den ersten Christen der Fall war.

In den ersten Mariapolis in den Dolomiten zeigte sich das große schauspielerische Talent Giulios, auch als Regisseur war er sehr erfolgreich bei den bekannten und beliebten Komödien jener Tage, durch die mehr Mariapoliten erobert wurden, als man meinen sollte, erobert durch den feien Humor, mit dem die Seiten des „alten Menschen“ (vgl. Col 3, 9-10) charakterisiert wurden.

Von reichen Erfahrungen geprägt waren auch die Jahre, die Giulio in Loppiano verbrachte, der internationalen Siedlung der Fokolar-Bewegung. Die jungen Menschen, die aus aller Welt nach Loppiano kamen, schätzten an Giulio besonders seine Offenheit, seine klaren Aussagen und nicht zuletzt seinen Humor, durch den manche Knoten sich leicht lösen ließen.

Nach Loppiano wurde Giulio nach Rom gerufen, um dort den Verlag Città Nuova zu übernehmen. 13 Jahre war er dort. Mitarbeiter erinnern sich: „Er schenkte uns sein Vertrauen und vollkommene Freiheit. Jeder von uns war voll verantwortlich für seinen Bereich und setzte sich daher auch mit allen Kräften ein. Giulio kehrte nie den Chef nach außen, sondern brachte uns durch sein Beispiel bei, dass wir für die anderen leben“.

Schließlich trat an die Stelle früherer Dynamik der körperliche Verfall, und doch blieb die Liebe in Giulio immer lebendig.

Kurz vor seinem Tod oder besser gesagt, seinem Eingang ins ewige Leben, schrieb er: „Der Heilige Geist tut, was er will, ungeachtet unserer Schwachheit. Die Barmherzigkeit Gottes übertrifft alles und erschafft aus dem Nichts“.

Verhaltensregeln(500)

 

Rückkopplung

  1. Soleda Rubiano

    come prima cosa per r ingraziare per tutto il precioso lavoro che fatte ma anche per dirvi che nel profilo di Giulio nel quarto paragrafo manca una frase e non si capisce ; „Sin embargo las satisfacciones del trabajo no correspondían …….. Acción Católica…
    Grazie ancora!
    Sole

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