„…wir erfuhren, dass die Insel Malta hieß“
So heißt es in der Apostelgeschichte über den Schiffbruch des heiligen Paulus und seiner Begleiter vor der Insel. Bereits im Jahre 60 nach Christus wurden also erste Samen einer christlichen Kultur in Malta ausgestreut, die noch heute ihre Früchte tragen. Gute Reise nach Malta!
Die Republik Malta ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Der maltesische Archipel verteilt sich auf drei bewohnte Inseln: Malta, Gozo und Comino und auf vier unbewohnte Inseln. Seine strategische Lage zwischen dem europäischen Festland und Afrika hat die Insel zu einer begehrten Festung für viele Völker gemacht: Auf den Inseln finden sich Spuren aus 6000 Jahren menschlicher Besiedelung; sie reichen von steinzeitlichen Tempelanlagen der Megalithkultur über römische Gräber und Katakomben bis zu den imposanten Wehranlagen des Malteserordens. Malta stand unter dem wechselnden Einfluss der meisten großen historischen Kulturen: Phönizier, Griechen, Römer, Vandalen, Ostgoten, Araber…. 1798 wich der souveräne Malteserorden französischen Revolutionstruppen unter Napoleon, 1814 wurde Malta englische Kronkolonie. 1947 wurde dem Land die Selbstverwaltung als parlamentarische Demokratie gewährt, 1964 erhielt Malta die Unabhängigkeit von Großbritannien als Mitglied des Commonwealth. Am 13. Dezember 1974 deklarierte Malta sich als Republik und verzichtete damit auf die Queen als Staatsoberhaupt. Am 1. Mai 2004 trat Malta der Europäischen Union bei, am 1. Januar 2008 wurde der Euro offizielle Währung auf Malta.
Mit seinen 316 Quadratkilometern und seinen 400.000 Einwohnern gehört Malta zu den kleinsten Inseln mit der dichtesten Bevölkerung der Welt. Der Tourismussektor ist die größte Einnahmequelle des Inselstaates.
Die Mehrheit der Bevölkerung ist katholisch. Es gibt auf den drei Inseln mehr als 360 Kirchen. Auch die anglikanische und griechisch-orthodoxe Kirche sind in Malta vertreten.
Die Spiritualität der Einheit hat in den 60er Jahren auf Malta Einzug gehalten. 1975 gab es 70 Mitglieder und Freunde auf der Insel. 1979 fand die erste Mariapoli dort statt, an der 1.000 Personen teilnahmen, Anfang der 80er Jahre wurden die beiden Fokolar-Zentren eröffnet.
Das Leben des Ideals der Einheit breitete sich schnell über die Insel aus. 1999 eine entscheidende Etappe: Chiara Lubich erhielt von der Universität Malta die Ehrendoktorwürde in “Literatur – (Psychologie)” mit der Begründung, ihr Charisma habe „eine ganzheitliche Sicht des Menschen entwickelt“. Daraus entstand in den folgenden Jahren ein weltweites Netz von Psychologen „Psicologia e comunione“, das es sich zur Aufgabe gestellt hat, den psychologischen Einfluss der Spiritualität der Einheit zu erforschen. Zehn Jahre nach der Verleihung des Ehrendoktors organisierte dieses Netzwerk der Fokolar-Bewegung ein in Fachkreisen viel beachtetes Seminar auf Malta zum Thema „Die psychologische Bedeutung des Paradigmas der Beziehungen, die aus der Spiritualität der Einheit erwachsen“.
Die Fokolar-Bewegung vor Ort weist lebhafte Entwicklungen auf. Mehrere tausend Menschen sind von der Spiritualität der Einheit erreicht worden. Sie arbeitet eng mit der Ortskirche von Malta zusammen, aber auch mit anderen Bewegungen und kirchlichen Gemeinschaften, die sich im Augenblick auf die nächste große Veranstaltung vom “Miteinander für Europa 2012″ vorbereiten.
Die Bewegung ist im ökumenischen Rat Maltas vertreten und in der Diözesankommission für Ökumene.
Auch die Verbindungen zur muslimischen Gemeinschaft auf Malta sind im Wachstum begriffen. Vor allem Kinder und Jugendliche aus beiden Religionen arbeiten miteinander im Dienst am Menschen. Bemerkenswert auf Malta sind auch kulturelle Entwicklungen innerhalb der Bewegung. Sie erfasst in ihren Kreisen Mediziner, Pädagogen, Sportler und Politiker aus den beiden großen Parteien der Insel, die auf ihrer beruflichen Ebene ein großes Zeugnis für Einheit und Geschwisterlichkeit abgeben, das den betroffenen Menschen zugute kommt.
Erwähnenswert dabei ist ein Betrieb der „Wirtschaft in Gemeinschaft“, der 1992 entstanden ist: „The Voice“,ein Sprachkurs für Englisch, der vom Erziehungsministerium Maltas überaus geschätzt wird wegen der freundlichen Aufnahme der Studenten und der ausgezeichneten fachlichen Qualifikation.
Gastfreundschaft ist eine typische Charakteristik der Malteser, in deren Genuss bereits der heilige Paulus gekommen ist, vgl. Apg 27,26. Er blieb drei Monate dort und hat – wie Papst Benedikt XVI. auf seiner Maltareise 2010 betonte – „ein unauslöschliches Zeichen in der Geschichte des Landes hinterlassen“. Das Evangelium Jesu Christi hat „reiche Frucht getragen, nicht nur im Leben der christlichen Gemeinschaft und im Leben der einzelnen Personen, sondern auch in der nationalen Identitätsfindung des Landes und in seiner ganz besonderen Kultur“.





