Schrift vergrößern Kleinere Schrift PDF email Drucken
11. Juni 2012
Der erste Tag war der Ökumene gewidmet. Unter den Referenten der Prior von Taizé, Fr. Alois, der anglikanische Erzbischof Jackson und Maria Voce, die Präsidentin der Fokolar-Bewegung.

Teilnehmer des 50. Eucharistischen Weltkongresses (Aufn.: C.S.Chiara)

Es wird viel erwartet von diesem Kongress der Katholischen Kirche, doch die Tatsache, dass gleich der erste Tag der Ökumene gehörte, hat doch viele angenehm überrascht, eine interessante Note dieses 50. Eucharistischen Weltkongresses (Dublin, 10. – 17. Juni).

Auch bei dem theologischen Symposium (Maynooth, 6. – 9. Juni)  im Vorfeld des Kongresse spielte die Ökumene eine herausragende Rolle. Vertreter verschiedener Kirchen ergriffen das Wort, darunter Metropolit Emmanuel (Adamski) aus Frankreich, Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen und Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der über die ökumenische Vision der Verbindung zwischen der Eucharistie und der kirchlichen Gemeinschaft sprach.

In diesen Kontext ist auch die Ansprache Maria Voces einzuordnen. Vor ihr ergriff der Prior von Taizé das Wort, Frère Alois, der im Rückblick auf die Geschichte des Gründers der Gemeinschaft von Taizé, Roger Schutz, betonte, dass ihre „Passion darin bestünde, mit höchstem Einsatz für die Einheit des Leibes Christi zu arbeiten“. Nach Maria Voce sprach der anglikanische Erzbischof von Dublin, Jackson, das Wort und die Taufe beton end, als Elemente der gemeinsamen Taufe.

Maria Voce befasste sich mit dem Thema: „Gemeinschaft in e i n e r Taufe“. Sie berichtete vom Leben nach dem Evangelium, ausgehend von der persönlichen Erfahrung mit dem Wort Gottes, als sie als Jurastudentin zusammen mit anderen jungen Menschen von der Faszination des gelebten Wortes Gottes als Weg zur Selbstverwirklichung ergriffen wurde, so wie Chiara Lubich es Millionen von Menschen in der ganzen Welt vermittelte. Die Präsidentin der Fokolar-Bewegung zitierte Martin Luther, als sie sagte: „Wir sind gewiss, dass die Seele des Menschen auf alles verzichten kann, nur nicht auf das Wort Gottes”. Das Wort, das ins Leben umgesetzt wird, legt Zeugnis von Gott ab. Maria Voce wusste, wovon sie sprach, denn zehn Jahre lang hatte sie in der Türkei – obwohl alle äußeren christlichen Symbole verbotren waren – “die Schönheit jener Familie erfahren können, die Jesus auf der Erde bilden wollte”. In ihren 70 Lebensjahren hat die Bewegung erfahren, dass diese gemeinschaftliche und ökumenische Spiritualität die Menschen, die sich an ihr ausrichten, zu einem einzigen Volk verschmelzen lässt. Es ist ein Dialog des Lebens: „Auch noch so weit reichende  Erkenntnisse und Rückschlüsse der Theologen reichen nicht aus, wenn das Volk nicht darauf vorbereitet ist”, kommentierte Maria Voce, “geeint durch diese Spiritualität wollen wir in allen Kirchen wie ein Sauerteig wirken und so dazu beitragen, dass der Weg zur vollen sichtbaren, auch eucharistischen Einheit geebnet wird”.

Auch Kardinal Quellet – der Abgesandte des Papstes – hat in diesen Tagen betont, dass die Zukunft der Mission der Kirche vom Zeugnis der Einheit abhängt und vom Dialog mit der ganzen Menschheit. Mons. Diarmuid Martin, der Erzbischof von Dublin und Präsident dieses 50. Eucharistischen Weltkongresses, hat den irischen Jugendlichen versichert, “die Kirche in Irland sei auf dem Weg der Erneuerung”.

Im Anschluss an die Referate fand eine ganze Reihe von Workshops statt, darunter: “Der Dialog des Lebens in einer neuen ökumenischen Phase“, Moderatorin Renate Komorek von der Fokolar-Bewegung. Am Gespräch nahmen verschiedene Gäste teil: Bronwen Carling von der anglikanischen Kirche und zwei Rektoren aus Nordirland, von einer katholischen und einer protestantischen Schule, die seit Jahren zusammen arbeiten und ein Zeugnis der Einheit geben, Mitglieder der Arche und der charismatischen Gemeinde.

Beim Schlendern durch die Menge der 20.000 Teilnehmer an diesem 11. Juni kamen einem immer wieder die Worte Maria Voces in den Sinn: „Die gelebte gegenseitige Liebe ermöglicht die Gegenwart des Auferstandenen unter Christen, die in seinem Namen vereint sind. Jesus unter einem Katholiken und einem Anglikaner, unter einer armenischen und einer reformierten Christin…Auf diese Weise sprengt die Kirche die Grenzen der Kultstätten und in der Gemeinschaft unter allen Kirchen nähert sie sich den Menschen von heute, um auf ihre Fragen, ihre Nöte zu reagieren mit den Antworten, die das Evangelium anbietet“.

Maria Chiara De Lorenzo

(500)Verhaltensregeln