«Ich bin Afrikaner und studiere in Norditalien. Vor einiger Zeit hatte ich in einer Zeitschrift einen Artikel gelesen, in dem es darum ging, dass die westliche Kultur, der wir alle angehören, eine Nacht erlebe, die den Verlust der authentischen christlichen Werte mit sich bringe. Ehrlich gesagt hatte ich den Sinn dieses Artikels nicht wirklich verstanden, bis mir etwas passierte, was mir die Augen öffnete. Es ist Samstagnachmittag. Einige Jugendliche, Nachbarn von mir, schlagen mir vor mit ihnen auszugehen und den Abend gemeinsam zu verbringen, um mal etwas anderes zu tun. Wir sind sechs oder sieben und gehen zuerst in einen Nachtclub zum Tanzen. Anfangs macht es mir Spaß, sie sagen mir, ich hätte Musik im Blut und dass ich gut tanzen könne. Bald merke ich jedoch, dass sich einige um mich herum auf eine sehr anzügliche Art und Weise bewegen. In mir regt sich eine leise Stimme gegen den Strom zu schwimmen und würdevoll zu tanzen.
Einige Zeit später schlagen mir die Jungs vor den Club zu wechseln. Ich vertraue ihnen, schließlich sind es meine Freunde und so gehe ich mit. Einige Zeit nachdem wir dort sind, wird mir klar, wo wir sind und ich bin ganz bestürzt. Laute Musik, psychedelisches Licht und ein beißender Geruch, der sofort in die Nase steigt. Das ist keine normale Diskothek, hier bieten jugendliche Prostituierte ihre Dienste an. Ich bin sehr enttäuscht und verärgert. Ohne ein Wort zu sagen drehe ich mich um und gehe. Einer meiner Freunde folgt mir. Er beleidigt mich, bezeichnet mich als rückständig, aber ich antworte ihm nicht. Kurze Zeit später kommt ein anderer heraus, diesmal nicht um mich zu beleidigen, sondern um mir rechtzugeben. Schließlich kommt ein weiterer dazu und unterstützt mich ebenfalls. Ich bin ganz überrascht über das, was ich ausgelöst habe. Ohne ihnen von den christlichen Idealen, nach denen ich lebe oder gar von Gott zu erzählen, haben es die anderen gesehen und verstanden. Einige Monate später, als ich gar nicht mehr an diesen Vorfall denke, kommt eines Abends einer dieser Jungs zu mir. Er erzählt mir, dass er diesen Abend bereut und solche Lokale in Zukunft meiden möchte. Diese Erfahrung hat mir geholfen noch besser zu verstehen, wie wichtig es ist etwas zu „riskieren“ und manche Vorschläge wirklich abzulehnen. »
Diese Geschichte von Yves aus dem Kamerun ist eine von 94 Geschichten aus diesem Buch, das kürzlich, mit einem Vorwort von Maria Voce, im italienischen Verlagshaus der Neuen Stadt erschienen ist – ein Beitrag zur Neuevangelisierung, der Mut macht und uns auffordert aktiv zu werden. Die Hauptdarsteller der Geschichten sind Kinder und Jugendliche, Familien, Arbeiter, Angestellte, Führungskräfte und Ordensleute, die den Herausforderungen im Alltag und in der Gesellschaft mit dem Evangelium gegenübertreten. Ein Volk, das glaubt, lebt, bewegt, miteinbezieht, ohne dabei die Überzeugungen und Erfahrungen der anderen zu ignorieren, in dem Bewusstsein, dass jede Person ihren Beitrag zur großen Menschheitsfamilie leisten kann.
Welche gute Nachricht hast Du für uns?






Pellegrino Gambardella
28. Juni 2012 at 10:27
Straordinario e bellissimo. Grazie di questa esperienza di vita. il volume farà tanto bene non solo ai giovani. Grazie