Finanzielle Sorgen wie in vielen Familien. Verspätete Gehaltsauszahlungen und schließlich Kündigung. Mit drei kleinen Töchtern sieht die Zukunft düster aus. Was tun? Die eigenen Bedürfnisse an den Bedürfnissen anderer zu messen, scheint in diesem Fall eine Narretei, und doch brachte genau das die Wende. Eine Mutter erzählt:
„Die Taufe der Kinder. Es waren immer einfache Feste, keine großen Ausgaben. Wir haben lediglich unser Haus für Verwandte und Freunde geöffnet. Wir haben immer viele Geschenke bekommen, die wir mit Neugeborenen in Afrika teilten. Die letzte Taufe jedoch war zeitgleich mit der Entlassung meines Mannes. Die 250 Euro hätten uns wirklich gedient, aber in Afrika rechnete man mit diesem Geld. Also haben wir entschieden, es dorthin zu schicken.
Später haben wir erfahren, dass unsere Freunde in Afrika genau um diese Summe gebetet hatten, weil sie kein Geld mehr für Milch hatten. Es reichte für drei Monate. Uns hat das Geld nicht gefehlt. Im Gegenteil: wir haben in dieser Zeit dreimal so viel Geld bekommen. Außerdem brauchte ich einen Mantel und ein Kleid. Der Mantel kam pünktlich, ein elegantes Kleid, eine Weste und zwei Röcke. Gott lässt sich an Großzügigkeit nicht übertreffen.
Mit anderen Familien tauschen wir regelmäßíg Kleider, aus denen die Kinder herausgewachsen sind. Es ist ein richtiges Ritual: wenn die Pakete kommen, machen wir sie gemeinsam auf und dann folgt die Modenschau. Schöne Kleider, neue Schuhe… meine Töchter waren nie so gut angezogen, wie in dieser Zeit. Eines Tages erzählte die Große davon in der Schule. Eine Klassenkameradin sagte wegwerfend: „Wie kannst du dich über gebrauchte Sachen freuen? Seid ihr arm?“. Meine Tochter kam etwas niedergeschlagen nach Hause. Wir haben ausführlich miteinander geredet und ausgemacht, dass wir – wenn es sich um einen besonderen Wunsch von ihr handelt – auch etwas neu kaufen, aber dass es grundsätzlich viel schöner ist, zu geben und zu nehmen. Nicht, weil wir kein Geld haben, sondern weil es falsch ist, es unnütz auszugeben, wenn es viele arme Kinder in der Welt gibt, wie unser Patenkind in Pakistan. Meine Tochter wurde wieder froh. Sie ging gleich hin und brachte ihre Sparbüchse. „Hier Mama, das ist für mein Brüderchen in Pakistan“. Dann hat sie mich gefragt: „Mama, stimmt es, dass wir arm sind?“. Ich habe ihr die finanziellen Schwierigkeiten erklärt und dass uns vielleicht manches fehlt, was andere Kinder haben. Aber wir hätten ein Haus, ein Auto, gute Sachen zum Essen. Vor allem aber hätten wir uns gern, seien glücklich miteinander und hätten jede Menge Freunde. Begeistert rief meine Tochter: „Aber Mama, da sind wir ja richtig reich!“
(A. & M. – Italia)






carla
8. August 2012 at 10:38
Queste esperienze sono la manifestazione di persone che vivono la più radicale rivoluzione sociale della ns storia , perchè se ne parla così poco? Per quale motivo tanta riservatezza sui media?