Renata Borlone

 
“Ich möchte bezeugen, dass der Tod Leben bedeutet” (30. Mai 1930 - 27. Februar 1990)

Natalia Dallapiccola, die erste Gefährtin Chiara Lubichs auf dem Weg des Fokolars, erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Renata Borlone, der “Dienerin Gottes”.

« “Erst im Himmel werden wir unsere Lebensgeschichte lesen jkönnen, denn erst dort werden wir den Goldenen Faden entdecken, der uns – so hoffen wir – dorthin führt, wo wir ankommen sollen”. Damit begann Renata stets ihre Lebensgeschichte, die sie ganz im Licht der Liebe Gottes interpretierte.

Renata wurde am 30. Mai 1930 in Aurelia, einer kleinen Stadt in der Mitte Italiens geboren. Kurz darauf zog ihre Familie nach Rom. Ihre Eltern gehen nicht in die Kirche, aber sie gestalten ihr Leben nach den christlichen Werten. „Ich kann Gott nicht genug danken für meine Familie, für die große Liebe unter meinen Eltern“.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach war Renata zehn Jahre alt. Sie erlebt schmerzhafte Dinge, die ihr in Erinnerung bleiben. „Mir war klar, dass der Tod jeden Augenblick eintreten konnte und mir wurde die Vergänglichkeit der Dinge bewusst, die Vergänglichkeit der Spielsachen, des Geldes, des morgigen Tages. Ich beschloss, besser zu werden“.

Mit dem Älterwerden tauchten Fragen auf: wie war das mit Gott? Sie begann, in die Kirche zu gehen. Im Alter von 14 Jahren spürt Renata einen „ersten Ruf Gottes“: sie bietet Gott ihr Leben an, damit ihre Eltern zum Glauben finden. Später stürzt sie sich Hals über Kopf ins Studium, um die Wahrheit herauszufinden. Sie entscheidet sich für das Chemiestudium, um Gott in den Geheimnissen des Weltalls zu finden. „Ich war fasziniert von der Logik der Mathematik und ich hoffte, ein Wissen zu erringen, das mich das Weltall erfassen ließ. (…) Ich wusste noch nicht, dass ich nur im Schöpfer, der Liebe ist, die Schöpfung und die Geschöpfe entdecken würde, um sie zu lieben”.

Natalia Dallapiccola, Renata Borlone, Chiara Lubich, Dori Zamboni

Am 8. Mai 1949 nahm sie an einem Treffen teil, an dem Graziella De Luca, eine der ersten Fokolarinnen über Gott – Liebe sprach, über das Leben nach dem Evangelium, das wenige Jahre zuvor in Trient seinen Anfang genommen hatte. „Ich kann mich nicht an ihre Worte erinnern“, erzählte Renata später, “aber als ich raus ging, wusste ich: Ich hatte die Wahrheit gefunden: Gott ist Liebe. (…)Ich warf die Vorstellung eines Gottes, der Richter ist, der die Bösen bestraft und die Guten belohnt über Bord”.

Wenig später lernte sie Chiara Lubich kennen. Sofort spürt sie eine ganz enge Verbindung mit ihr, wie zwischen Mutter und Tochter, und sie spürt den großen Wunsch, sich ganz Gott zu schenken. Damals war sie knapp 20 Jahre alt.

Zuerst lebte sie in Fokolaren in Italien, dann in Frankreich (Grenoble). Ihre Hingabe, ihre Liebe, ihr Frieden blieben nicht unbeobachtet.

1967 übernimmt sie die Ausbildung der Fokolarinnen in Loppiano, der internationalen Siedlung der Fokolar-Bewegung in der Nähe von Florenz. Dort wirkt Renata 23 Jahre. Ihre Hingabe entfaltet in Loppiano ihre ganze Kraft. Mehr als 1000 Jugendliche gehen durch ihre Hände und lernen von ihr Weisheit und innere Stärke. Das Leben Renatas ist ein Geflecht aus Liebe und Schmerz im Bemühen sich selbst zurückzustellen, um Christus leben zu lassen. In der Tat es ist die Gegenwart Gottes in Renata, die Menschen aller Alterstufen anzieht. Niemand geht umsonst an ihr vorüber, jeder fühlt sich geliebt auf einzigartige Weise.

Diese Leidenschaft für den Menschen hat ihre Wurzeln in der bedingungslosen Liebe zum Gekreuzigten, der das Verlassensein vom Vater hinausschreit, und im Schauen auf Maria als Vorbild.

Mit 59 Jahren wird sie von einer schweren Krankheit getroffen. Auf diesem Leidensweg begleitet sie ein Wort aus  der Schrift: „Wer an mich glaubt wird in Ewigkeit nicht sterben“(Gv 11,26). Die letzte Phase ihres irdischen Weges wird zu einer ungewöhnlichen Hymne an das Leben. Bis zum letzten Atemzug wiederholt Renata: „Ich bin glücklich, ich möchte bezeugen, dass der Tod Leben bedeutet.“ Am 27. Februar 1990 schläft sie ein.

Am 27. Februar 2011 wurde der Diözesanprozess abgeschlossen auf dem Weg zur Seligsprechung Renata Borlones und die Akten nach Rom an die Kongregation für die Heiligsprechungen weitergereicht».

Photo Gallery – Renata Borlone

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