Paulo Melo

 
(1955 -12.9.2016)
1

PauloMeloDer junge Paulo aus Lissabon (Portugal) war sehr sensibel für soziale Probleme, er engagierte sich mit allen Kräften für die Menschen in den Armenvierteln. Er konnte Ungerechtigkeit nicht ertragen, und so kämpfte er zusammen mit radikalen Kräften für mehr Gerechtigkeit. Doch schon bald musste er erkennen, dass sie vieles vertraten, was er für unrecht hielt, und so zog er sich etwas verbittert von ihnen zurück. Als er junge Leute der Fokolar-Bewegung kennenlernte, hörte er wieder von einer Revolution, aber von der des Evangeliums, die dich aus der bequemen Welt aufbrechen lässt, um dich in den Dienst der Menschen zu stellen. Paulo geht sehr gern diesen Weg mit und fällt schließlich eine noch radikalere Entscheidung: Nach Abschluss seines Studiums in Betriebswirtschaft verlässt er alles, um ganz Jesus auf dem Weg des Fokolars zu folgen.

1997 geht er im Auftrag der Bewegung nach Afrika: zuerst Nairobi, dann Kinshasa. Paulo teilt mit diesen neuen Brüdern Freud und Leid, Begeisterung und Herausforderungen mit der Liebe und Weisheit, die ihn kennzeichnen. Die Menschen im Kongo erspüren das und werden schnell zu seinen Freunden. Bei einer Familienfeier vergleichen sie ihn mit dem Kolibri: einem symbolträchtigen Vogel, der die Lebensfreude verkörpert, Sympathie, die Fähigkeit, sich anzupassen und schnell zu reagieren, der sich mit einer gewissen Leichtigkeit dem Negativen entzieht. Paulo, ein Mann mit Weltdimensionen, versteht es, sich so gut in Afrika zu inkulturieren, das er selbst zu einem Sohn Afrikas wird. Und als solchen wollen ihn die Kongolesen ehren, als sie von seinem überraschenden Tod (12.9.2016) erfahren.

Famille Kanene - TémoignageIn verschiedenen Teilen des Landes wurden Messen für ihn gefeiert und Nachtwachen gehalten, zeitgleich mit der Beerdigung in Portugal. „Wir wollten bezeugen, was wir von Paulo gelernt hatten – schrieben sie aus Kinshasa – darum haben wir aufgehört zu weinen, stattdessen haben wir Dankgottesdienste gefeiert und uns von ihm erzählt. Und wie es die Kultur unseres Landes erfordert, haben wir seiner gedacht mit Tänzen, Kuchen und einem bestimmten Getränk. In Kinshasa fand die Gedenkfeier auf dem Grundstück von Petite Flamme statt, einer sozialen Einrichtung der Bewegung im Kongo, für die auch Paulo seinen Beitrag geleistet hat. Nach zahlreichen Zeugnissen hat eine traditionelle Zeremonie ihn symbolisch mit den Ahnen vereint, indem man ein Loch in der Erde aushob, das man normalerweise vor dem Wohnhaus des Gestorbenen gräbt, in das dann Palmwein gegossen wurde, während folgende Worte gesprochen wurden: „(…) Hier sind wir alle versammelt, um dir für die Zeit zu danken, die wir miteinander verbracht haben. Und nachdem du den Lehren unserer Ahnen gefolgt bist, will dich unser Clan zum Vorbild nehmen: wir versprechen dir, so zu leben, wie du es getan hast. Wir wissen, dass du nun im Dorf unserer Ahnen angekommen bist. Jetzt bitten wir dich, diesen Palmwein, mit uns zu trinken, als Zeichen unserer schönen Erinnerungen: wir grüßen dich und bitten dich, alle Ahnen von uns zu grüßen, die jetzt mit dir im Dorf der Ahnen sind (…).“

„Wie sollen wir in diesen Worten – so betonen die Fokolare aus dem Kongo – nicht eine antike Weisheit erkennen, die an die Gemeinschaft der Heiligen erinnert, die Himmel und Erde verbindet und an die Liebe, die auch nach dem Tod bestehen bleibt? Paulo hat sich so eins gemacht mit den Kongolesen, dass der letzte Gruß, den sie ihm mitgaben, Ausdruck des Evangeliums und der antiken Traditionen war. In ihnen siegte die Liebe, auch in der Tatsache, dass sie uralte Ängste über Bord warfen, die normalerweise auftreten, wenn ein Mensch im Vollbesitz seiner Kräfte eines plötzlichen Todes stirbt, so etwas – das sagt der Volksglaube – könne nur durch einen Menschen geschehen, der ihm Böses wolle und an dem man sich unbedingt rächen müsse.“

Ein Ehepaar sagte zum Tod Paulos: „Wir spüren, dass wir nicht arm geworden sind, weil du jetzt dort oben bist, im Gegenteil, wir sind dadurch stärker geworden. Du warst uns allen ganz nah, ein echter Apostel der Einheit, der Gott suchte und wusste, wo er ihn fand: im Bruder.“

 

Verhaltensregeln(500)

 

Rückkopplung

  1. Richard 'RIC' Mwambe

    I was shocked with his sudden death. I met Paul in Nairobi, I have stayed with him in Riara, really he was good and simple man.
    I remember one time I shared with him about my future of life when I was a gen. Only one sentence he told me “ when we pray and ask God. He can change his will“.
    And that it was happen after praying faithfully.
    He was a man of people, smile and joking always…

    May he rest in peace… AMEN
    People from Tanzania praying for you.

    Ric
    Tanzania

    Antworten

Read also