Meine Berufung zur Sophia

 
Im Gespräch mit Piotr Zygulski, Jahrgang 1993, Vater Pole, Mutter Italienerin, Student am Universitätsinstitut Sophia.

s200_piotr.zygulskiPiotr, warum hast du dich an der Sophia eingeschrieben?

Da spielten viele Faktoren eine Rolle. In der Schule hatte ich das Glück, einem Philosophen aus Turin zu begegnen, Costanzo Preve, der mich zum Philosophiestudium gebracht hat, angelockt von meiner großen politischen Neugier. Seine philosophische Ausrichtung an Hegel und Marx hat mir einen Blick dafür geschenkt, die soziale Komponente in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Aber welche Universität sollte ich wählen, und welche Studienfächer? Ich schwankte zwischen Wirtschaft, Politik und Philosophie hin und her bis mich ein Professor am Ende der Schulzeit auf Sophia aufmerksam machte. Doch ich entschied mich für das dreijährige Wirtschaftsstudium in Genua, auch weil es finanziell tragbar war.

Aber das hat dich nicht zufrieden gestellt…

Ja, diese Unzufriedenheit über die generelle Ausrichtung des Studiengangs, der nichts Neues brachte, sondern dem allgemeinen Strom folgte, brachte mich zum internationalen Netzwerk Rethinking Economics, das einen  wirtschaftlichen, interdisziplinären sowie methodischen Pluralismus förderte im Bereich des wissenschaftlichen Wirtschaftsstudiums und dafür auch einen Studienort einrichtete. Parallel dazu habe ich meine Studien in Philosophie und Musik fortgesetzt. Außerdem bin ich journalistisch tätig bei „Termometro Poltico“ und „Nipoti di Maritain“. Nachdem ich einige Artikel von Piero Coda gelesen hatte, bat ich ihn darum, mir Sophia zu zeigen. Ich war zweimal dort, und dann schrieb ich mich ein. Es war mir klar, dass ich eine Berufung für diese Universität hatte.

Welchen Studiengang hast du gewählt, und wie beurteilst du die ersten Monate?

Ich habe mich für trinitarische Ontologie entschieden, auch weil ich so die Zusammenarbeit mit der Universität von Perugia nutzen und einen doppelten Studientitel erwerben kann. Neben dem des Vatikans auch den italienischen Studienabschluss in Philosophie, der für das Lehramt gefordert wird. Das wiederum ermöglicht mir, eventuell am Gymnasium zu unterrichten. In diesen ersten Monaten haben wir fast alle die gleichen Kurse belegt in Philosophie, Theologie, Politik und Wirtschaft, was uns eine gemeinsame Basis gegeben hat. Dieses interdisziplinäre Studium habe ich ganz bewusst gewählt. Der Studienlevel von Sophia ist sehr hoch, und das hat mir wiederum die Chance gegeben, bestimmte Argumente zu vertiefen, die mich interessieren. Seit Ende August lebe ich in einer WG zusammen mit 9 Studenten aus Argentinien, China, Deutschland, Tansania und dem Libanon. Eine optimale Gemeinschaft, in der auch die Hausarbeiten gut verteilt sind unter allen. Wir empfinden uns wirklich als Brüder, bis in die Kleinigkeiten des Alltags hinein.

Zukunftsprojekte?

Schwer zu sagen. Im Augenblick sehe ich nur viele neue Wege vor mir. Zunächst möchte ich mich auf den Studienabschluss konzentrieren, aber ich weiß noch nicht, über welches Thema ich die Examensarbeit schreiben will, ich habe eine Menge Ideen, aber wie das oft so ist,  vielleicht schreibe ich über ganz etwas anderes. Auf jeden Fall will ich weiter als Journalist arbeiten, es würde mir auch gefallen, zu unterrichten oder in einem Verlag tätig zu sein. Aber ich möchte dem heiligen Geist keine Vorschriften machen, sondern ihm nachgehen.

 

Quelle: IUS online

 

 

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