Familie: Hinführung zur Gegenseitigkeit

 
“FamilyHighlights” in Loppiano aus Anlass des 50jährigen Bestehens der Familienbewegung der Fokolare. Zeugnisberichte und Entwicklungen. Gründung eines Studienzentrums zum Thema Familie.

33236024252_b4dc27856b_k«Das Eheleben ist wie ein Boot –kommentiert ein Paar aus Peru – wenn man allein rudert, müht man sich ab und kommt nicht vorwärts. Man muss miteinander die Kunst der Gemeinsamkeit erlernen.“ “Wir sind hierher gekommen, weil wir uns in unserem Familienleben weiter entwickeln und auch anderen Paaren dazu verhelfen wollen“ schließt sich ein Paar aus dem Kamerun an, das ebenfalls zu den  “FamilyHighlights vom 10.-12. März nach Loppiano gekommen war.

Rund 1000 Festgäste aus 50 Ländern feierten in Loppiano das 50jährige Jubiläum der “Neuen Familien” gleichzeitig mit vielen anderen Veranstaltungen in aller Welt, die an den Todestag Chiara Lubichs vor neun Jahren erinnern wollen.

„Den anderen lieben wie sich selbst, alle lieben, als Erster lieben, sich mit dem anderen eins machen“, das sind die einfachen Regeln, nach denen die Familien, die an der Familienschule Loreto in Loppiano eine längere Zeit verbringen, leben, und das berichten sie gleich beim Willkommensgruß an die Gäste. Diese „Kunst“, die Liebe in die Tat umzusetzen, verleiht der Familie die Kraft, sich immer wieder neu zu regenerieren, Vertrauen zu fassen, zu verzeihen, Verantwortung zu übernehmen, kreativ zu sein und gastfreundlich. Samenkörner der Gemeinschaft, die auch schmerzliche Situationen erhellen, mitunter auch echte Tragödien. Sie beweisen, dass „Zorn und Angst nicht das letzte Wort haben“, erzählt Gianni, der eine Gruppe von 50 Personen begleitet, die von ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin getrennt sind.

 Viele Lebensgeschichten und Initiativen treten zu Tage in den 6 Workshops, die alle von lebhaften Debatten geprägt sind: ein Workshop befasst sich mit den 150 größeren und kleineren Kindern; andere Workshops sind den Beziehungen unter den Eheleuten dem großen Thema Eltern-Kinder, und schließlich geht es auch um Themen wie Gastfreundschaft und Solidarität Einzelnen und ganzen Völkern gegenüber.

Einige Familien kommen aus Syrien. Sie können hier Kraft tanken, um wieder in den Krieg in ihrem Land zurückzukehren: „Wir bringen die symbolische Blume, die wir gestern zum Abschluss aufgeklebt haben, den anderen Familien als Zeichen der Hoffnung und der Geschwisterlichkeit.“

Mütter und Väter der Menschheit sein, den eigenen Beitrag geben, „um die universelle Geschwisterlichkeit zu fördern“, dazu lud Maria Voce, die Präsidentin der Fokolar-Bewegung, die Anwesenden ein. Die Familien können gerade aufgrund ihrer Verwundbarkeit und ihrer Schwachheit, aber „von innen her erneuert,  der Welt jenes Licht und jene Liebe schenken, die sie heil macht“.

Seit 50 Jahren stellen die Familien der Fokolar-Bewegung in allen fünf Kontinenten diese Behauptung unter Beweis: der Austausch in den unzähligen Familienkreisen in der ganzen Welt, die Begleitung von jungen Paaren, von Geschiedenen, Witwern und Witwen, die Initiativen und Projekte für die schwachen Glieder der Gesellschaft, vor allem für die Kinder – all das sind Heilmittel für die Gesellschaft. „Macht so weiter, lasst euch nicht entmutigen“, lobt die Präsidentin.

VinuAram_FamilyHighlights_2 Die Familie ist dazu berufen, eine Antwort zu geben auf die sozialen Probleme, vielleicht gerade dadurch, dass sie mit Kinderaugen auf die Welt schaut – betont Dr. Vinu Aram, die Leiterin des Shanti Ashram, mit dem die Fokolar-Bewegung schon lange zusammenarbeitet zum Wohl benachteiligter Kinder und Familien in Indien durch AFNonlus. „Die Anstrengungen, die ihr hier unternehmt – kommentiert Pfarrer Paolo Gentili, Direktor des nationalen italienischen Büros für Familienpastoral – helfen mit, eine Kirche aufzubauen, die wachsam ist für das Wirken des Heiligen Geistes mitten in der Schwachheit. Damit „schreibt ihr Amoris Laetitia auf lebendigen Seiten der Geschichte”.

Nach 50 arbeitsreichen Jahren wurde jetzt die Notwendigkeit erkannt, dieses Wissen und diese Erfahrungen zu bündeln in einem internationalen und interdisziplinären  „Studienzentrum für die Familie“, in dem Leben und Denken zusammenläuft. Es wird zum Universitätsinstitut Sophia gehören mit dem Ziel, die Bedeutung der Familie vom Charisma Chiara Lubichs her zu vertiefen.

„Von der Urfrage, ‘bin ich geliebt?‘ muss man zum Willen, selbst zu lieben, übergehen: ‚Liebe ich jemanden?‘“, betonte Prof. Michele De Beni, einer der Koordinatoren des Studienseminars: „Der Pakt der Gegenseitigkeit im Leben der Familie“. Dieses Seminar gehörte zum Kontext der Family HighLights in Loppiano. „Es geht um die Herausforderung der Gegenseitigkeit“, beendet De Beni seine Ausführungen. „Bevor sich eine Gruppe  auf den Weg der Forschung macht, muss sie sich zunächst in dieser Identität erkennen.“

Giovanna Pieroni

Verhaltensregeln(500)

 

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