7. Dezember 1943: Die Fokolar-Bewegung wird geboren

 
Einige Auszüge aus dem Buch „Qui c’è il dito di Dio” von Lucia Abignente, kürzlich herausgegeben von Città Nuova, die von der Gründerin Chiara Lubich im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges berichten. Nie hätte sie gedacht, dass ein Werk in der Kirche entstehen würde mit dem Ziel der weltweiten Geschwisterlichkeit.
2

ChiaraLubich_primitempiIch glaube, dass Gott aus allem etwas Gutes machen kann, auch aus den schlechtesten Dingen.Dietrich Bonhoeffer sagte das Ende 1942 mitten im Zweiten Weltkrieg. In einer entsetzlichen, grausamen Zeit des 20. Jahrhunderts schafft es dieser große Zeitzeuge jenseits aller Hoffnung weiter zu hoffen und fest daran zu glauben, dass Gott in die Geschichte eingreift. Der Kampf zwischen Gut und Böse, Gnade und Sünde zieht sich durch die Geschichte.

Das ist der historische Hintergrund, auf dem die Fokolar-Bewegung geboren wird: Der Grundstein dazu wird am 7. Dezember 1943 in Trient gelegt, als die 23jährige Silvia Lubich, die als Mitglied des Dritten Ordens der Franziskaner den Namen Chiara angenommen hatte, Gott ihr Leben schenkt.

An jenem Tag scheinen auch die meteorologischen Bedingungen den krassen Kontrast aufzuzeigen zwischen dem historischen Kontext und dem, was sich an Neuem hier ereignet: Chiara Lubich selbst berichtet, wie sie am frühen Morgen zum Kolleg der Kapuziner eilt, wo sie sich in einer privaten Feier Gott für immer weihen würde:

“Ein Unwetter tobte, so dass ich mich mit dem Schirm dagegen stemmen musste. Auch das hatte seine Bedeutung. Was ich heute tun würde, stieße sicher auf große Hindernisse. Dieser prasselnde Regen und dieser tobende Sturm schienen mir ein Symbol zu sein für etwas, das sich gegen mich stellte. Im Kolleg angekommen, änderte sich die Szene. Ein großes Tor öffnete sich automatisch. Ich fühlte mich erleichtert, zuhause, so als würde Gott mich mit ausgebreiteten Armen empfangen.“

Dieser “Szenenwechsel” hat eine konkrete Auswirkung. Die Sakralität und Fülle jenes Augenblicks, der sich ganz im Verborgenen und in aller Bescheidenheit ereignete (drei rote Nelken sind das einzige festliche Zeichen nach außen) klingen in der Seele Chiaras weitaus stärker an als der ganze Kriegslärm, der nur den „Bilderrahmen“ darstellt, während das eigentliche Ereignis für sie in dem besteht, was dieser Gott der Liebe in diesem Moment vollzieht.

 “Es gab nur ein Ideal, ein einziges, das nie zerstört werden könnte, noch nicht einmal durch unseren Tod. Dieses Ideal war Gott. Und an diesen Gott klammerten wir uns mit allen Kräften. Wir entschieden uns nicht für ihn, weil uns nichts anderes geblieben war, sondern weil wir glückselig waren, ihn in unserem Leben gefunden zu haben als Einziges und Alles, als den einzig Ewigen, den Einzigen, der es verdiente, geliebt zu werden, weil Er nie verging,  und darum der Einzige war, der die Sehnsucht unseres Herzens erfüllen konnte. Schon seit mehreren Jahren gingen wir täglich zur Kommunion und glaubten, gute Christinnen zu sein, weil wir in katholischen Verbänden tätig waren. Erst als Gott uns alles nahm, um uns nur sich selbst zu geben, verstanden wir zum ersten Mal das erste Gebot Gottes: ‚Liebe mich aus ganzem Herzen, mit ganzem Verstand…‘. Wir haben es begriffen und erst in diesem Moment spürten wir, dass wir Ihn so lieben sollten, mit der vollkommenen Hingabe unseres Verstandes, unseres Herzens, unserer Kräfte. Nur so würden wir keiner Täuschung erliegen.“

Lucia Abignente, „Qui c’è il dito di Dio“, Città Nuova, Rom, 2017, S. 25-26.

Verhaltensregeln(500)

 

Rückkopplung

  1. Roberta

    Mi sembra che nel penultimo paragrafo ci sia un „quanto“ che dovrebbe essere un „quando“.

    Antworten
  2. Belinda

    Gracias a Chiara y todos los que la han seguido a lo largo de la historia del Movimiento, venciendo todo tipo de tormentas y adversidades. Pido fortaleza y fidelidad para los responsables de la Obra de María, que el Ideal de Chiara dé siempre muchos frutos, que las generaciones actuales y que vendrán encuentren siempre un FOCOLAR donde recibir amor.

    Antworten

Read also