Den Fliehkräften der Angst ein Miteinander der Hoffnung entgegen setzen

 
Europäische Kirchenbasis diskutiert in München zu Ökumene und Europa.
(C) FotoHaaf
Martin Wagner, CVJM München (l) und Gabriele Deutschmann, CVJM Esslingen interviewen den lutherischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und Kardinal Reinhard Marx, Präsident der Deutschen Bischofskonferenz. Foto: Haaf

Christliche Gemeinschaften und Bewegungen können Europa, das sich zunehmend polarisiert, zusammenführen. Das sagte der evangelisch-lutherische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am ersten Vormittag des Mitarbeiterkongress des ökumenischen Netzwerkes „Miteinander für Europa“ in München. 1700 Teilnehmer aus 200 christlichen Gemeinschaften und Bewegungen und 40 Ländern
sind dazu bis morgen (Freitag) im Circus Krone zusammen.

„Wenn wir die drängenden Fragen Europas nicht klären, werden sie uns überrollen“, erklärte Gerhard Proß vom internationalen Leitungskomitee zu Beginn, „Europa muss lernen, zu teilen!“ Die 15-jährige Erfahrung der christlichen Gemeinschaften und Bewegungen im „tiefen Prozess der Versöhnung hin zu einer Gemeinschaft, in der Verschiedenheit als Bereicherung erlebt wird“, befähige die Gemeinschaften, den Fliehkräften in Europa einen Weg zu einem neuen Miteinander entgegen zu setzen.

«Eine Gemeinschaft des Dienstes“, so hat es die Präsidentin der Fokolar-Bewegung, Maria Voce, bei der Pressekonferez zu Beginn der Veranstaltung am 30. Juni in München definiert. „Darum übernehmen diese Gemeinschaften konkrete Verpflichtungen“ – erklärte die Präsidentin im Rückblick auf die sieben Ja, die die Großveranstaltung des „Miteinander für Europa“ 2007 in Stuttgart kennzeichneten: zum Schutz des Lebens, der Familie, der Schöpfung, für eine gerechte Wirtschaftsordnung und Frieden, im Übernehmen persönlicher und gemeinsamer Verantwortung. „Wir alle haben uns in dien vergangenen Jahren engagiert „, fuhr Maria Voce fort, „und haben dabei festgestellt, dass wir gemeinsam stärker sind und mehr erreichen. Wir haben unsere Schwierigkeiten überwunden,  Grenzen und Hindernisse. Auch die Institutionen brauchen diesen Dienst, denn sie stehen oft allein vor riesigen Problemen.“

(C) Foto Brehm
Pressekonferenz am 30. Juni

Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gaben ein überzeugendes Beispiel ihrer Freundschaft und ihres gemeinsamen Weges. Die Ökumene der Herzen verspreche viel mehr für die Zukunft der Kirchen als man denke, sagte der Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das Ziel der Einheit erreiche man nur, wenn man sich ganz und gar versöhne, unterstrich Kardinal Marx. Die Kraft dazu ergebe sich aus der Begegnung: „Der Andere macht uns stark und hilft uns auf dem Weg zur Versöhnung“.
Am Nachmittag boten 19 thematisch sehr unterschiedliche Foren den Teilnehmern Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, darin Berichte über Projekte und Initiativen einzelner Gemeinschaften, aber auch persönliche Glaubenszeugnisse. Um die „Stolpersteine“ in der Ökumene ging es in einem gut besuchten Forum, in dem sich auch Kardinal Kasper, ehemaliger Präsident des katholischen Ökumene-Sekretariats einbrachte. „In Lernerfahrungen und Vergebungserfahrungen seid Ihr ein wichtiger Vorposten!“ sagte der Ökumene-Experte und stellte in Aussicht, dass es in
absehbarer Zeit eine Erklärung geben könnte zu übereinstimmenden Lehrmeinungen zwischen evangelisch-lutherischer und katholischer Kirche zu den Themen Kirche, Amt und
Eucharistieverständnis.

Maria Voce äußerte sich in der Pressekonferenz auch zu der gefährdeten Einheit Europas. „Die nationalistischen und separatistischen Tendenzen, die sich in Europa breit machen, sind sicherlich auch eine Folge der Tatsache, dass Europa seine Werte vergessen hat. Die Erklärungen der Kirchenvertreter genügen nicht, wenn das entsprechende Leben der Christen fehlt. Hier sehen wir uns gerufen, unseren Beitrag zu geben.“

 

Pressemitteilung „Miteinander für Europa“

 

Verhaltensregeln(500)

 

Read also