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21. Mai 2012
7.107 Inseln machen den Archipel aus, auf dem sich die Spiritualität der Fokolar-Bewegung seit 1966 verbreitet. Soziale Werke und Initiativen, Wirtschaft in Gemeinschaft, Dialog unter den Religionen – sind nur einige der wichtigsten Stichworte.

Die Philippinen: 93 Millionen Einwohner, 70 Idioms und Dialekte, über 7000 Inseln. Das einzige katholische Land im Südosten Asiens gehört zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in Armut, trotz der reichen Ressourcen des Landes. 5 Prozent der Menschen auf den Philippinen besitzen 80 Prozent aller Reichtümer des Landes, eine Mittelklasse existiert fast nicht.

Die Philippinos sind ein gastfreundliches Volk, fröhlich und großzügig. Sie sind fähig, Leid und Ungerechtigkeit zu ertragen und sogar Wert zu geben, ohne zu verzweifeln, dank ihrer christlichen Wurzeln. Bereits 1966 begann die Fokolar-Bewegung hier Wurzeln zu fassen. Heute gehören 5.000 Mitglieder und über 100.000 Freunde und Sympathisanten dazu.

Chiara Lubich war zwei Mal zu Besuch: 1982 hat sie von den Philippinen als einer Energiequelle für ganz Asien gesprochen. 1997 hat ihr die renommierte Universität S. Tomas in Manila als erster Frau den Ehrendoktor in Theologie verliehen. Daraus ergab sich eine bedeutende Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Bewegung auf dem Gebiet der Wirtschaftstheorie durch die „Wirtschaft in Gemeinschaft“.

Die Fokolar-Zentren befinden sich in Manila, Cebu und Davao, während die Mitglieder und Freunde der Bewegung über alle Inseln des Archipels verstreut leben. Ihr Lebensstil der gegenseitigen Liebe, der zutiefst Familie schafft, kommt der Mentalität der Philippinos sehr entgegen.

Die Mariapoli Pace in Tagytay, der Siedlung der Bewegung, die von 1982 von Chiara gegründet wurde, legt Zeugnis dafür ab, dass diese gegenseitige Liebe möglich und fruchtbar ist auch unter Vertretern verschiedener Religionen wie Muslimen, Hindu und Buddhisten. In Tagytay befindet sich auch eine „School for Oriental Religions“, die regelmäßig Kurse abhält für die Mitglieder und Freunde der Bewegung, um sie auf den „respektvollen“ Dialog mit nichtchristlichen Religionen vorzubereiten. Auch auf ökumenischer Ebene gibt es seit Jahren lebhafte freundschaftliche Kontakte.

Auffallend ist die zahlreiche Teilnahme von Priestern und Seminaristen am Leben der Bewegung. Auch mehre Bischöfe gehören zum inneren Kreis. In der Fokolar-Siedlung in Tagaytay (in der Nähe von Manila) gibt es auch ein Zentrum für Priester, die tiefer in die Spiritualität der Einheit hinein wachsen wollen.

Die Fokolar-Bewegung hat im Lauf der Jahre mehrere soziale Zentren eröffnet: Bukas Palad, wo an die 1000 Armen im Jahr regelmäßig versorgt werden, Pag-asa Social Center in Tagaytay, Sulyap ng Pag-asa, eine große Schreinerei in Zusammenarbeit mit der AMU des Landes, in der Hunderte von jungen Menschen ausgebildet wurden sowie die Patenschaftsaktion in Zusammenarbeit mit den Familien der Bewegung, die 1.800 Kinder und ihre Familien unterstützt.

Durch zahlreiche Initiativen und Projekte unterstützt die Bewegung regelmäßig die Opfer von Naturkatastrophen wie beim Taifun Ondoy 2010. Zu unterstreichen ist auch das erfolgreiche Eingreifen der Mitglieder der Bewegung in die Gesetzgebung, wenn es sich um ungerechte Gesetze handelt. Wie zum Beispiel im Fall der Gemeinde von Antipolo, einer Stadt mit über 500.000 Einwohnern in der Nähe der Hauptstadt, in der die Bewegung durch Fortbildungsveranstaltungen die Bevölkerung dazu animierte, durch Demonstrationen und Unterschriftensammlungen Leben und Familie gegen ein neues Dekret zu verteidigen.

Der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ gehören auf den Philippinen einige wichtige Unternehmen an, wie z.B. die Bank Bangko Kabayan auf den Philippinen , die Firma „Filo d’Oro“ in Cebu, Sinag Volunteers, ehrenamtlicher Dienst in öffentlichen Krankenhäusern, pädagogische Einrichtungen und ein Zusammenschluss von Medienvertretern.

Teresa Ganzon gehörte zu den ersten Jugendlichen, die in den turbulenten Jahren 1960 – 1970 die Bewegung kennen gelernt hat. Heute führt sie zusammen mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Töchtern Bangko Kabayan, eine landwirtschaftliche Genossenschaftsbank mit zehntausend Kunden. 85 Prozent davon sind Frauen aus armen Verhältnissen, die den Mut aufbrachten, mit dem Mikrokredit der Bank eine Erwerbsquelle zu finanzieren, die es ihnen erlaubte, sozial aufzusteigen. Die gegenwärtige Finanzkrise konnte das Vertrauen der Kunden in die Bank nicht erschüttern. Bangko Kabayan arbeitet mit anderen Genossenschaftsbanken zusammen, sogar mit einigen Konkurrenten, und konnte auf diese Weise entscheidend zur Rettung der Industrie in ihrem Umkreis beitragen.


Philippinen – Focolare Worldwide

Flickr photostream: Maria Voce, Philippinen, 2010


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