Gelebtes Evangelium: Alle sind Kandidaten der Einheit

 
„Alle sollen eins sein“, das Gebet Jesu vor seinem Tod, wurde als „Wort des Lebens“ für den November ausgewählt. Einige Episoden aus dem Leben derer, die bereits versucht haben, es in die Tat umzusetzen.
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Im Bus

Ein Mann, der sichtlich schlechter Laune ist, steigt in den Bus 45, den ich jeden Tage nehme, um zur Arbeit zu fahren. Die Leute, die es merken, machen Platz und weichen ihm aus. Ich bleibe, wo ich bin und helfe ihm, seine Plastiksäcke zu verstauen. Der Tag war auf einmal ganz schön. Einige Zeit später treffe ich diesen Mann wieder im Bus 45. Als er mich sieht, kommt er sofort zu mir und begrüßt mich. Das geschieht jedes Mal, wenn wir uns sehen. Es genügt so wenig, damit der andere, der mir begegnet, sich angenommen weiß.

E.M.- Ungarn

20151003-01Tätowierungen

Im Zug sitze ich neben einem Mädchen und einem Jungen, die überall tätowiert sind mit sehr hässlichen, satanischen Symbolen. Da ich mich bemühen will, die anderen in einem positiven Licht zu sehen, denke ich, dass sie vielleicht Gründe haben, so aufzutreten. Ich nehme meinen Mut zusammen und frage sie danach. Ihre Augen leuchten auf. Beide wechseln sich im Antworten ab und zwar mit einer ganz sanften Stimme: „Danke, dass Sie uns danach fragen. Normalerweise verurteilen uns die Leute, und wenn es gut geht, tun sie so, als würden sie es nicht sehen. Wir sind gar nicht so, wir wollen nur provozieren in einer Gesellschaft, die wie gelähmt und ohne Rückgrat ist.“

M.I. – Frankreich

Ein Kinderwagen für Jamal

Es war an einem Sonntagnachmittag. Jamal, ein Arbeiter aus Marokko, brachte mir Äpfel. Wir sprachen miteinander und ich hörte, dass er im Dezember Vater wird. Aber sie hatten nichts für dieses Kind, vor allem brauchten sie einen Kinderwagen. Ich hörte ihm aufmerksam zu und dann kam mir eine Idee: „Was meinst Du, wollen wir nicht gemeinsam Gott darum bitten? Wir haben nur einen Gott, geben ihm verschiedene Namen, aber es ist immer der eine Gott. Er wird wissen, wie wir zu einem Kinderwagen kommen.“ Jamal gefiel der Vorschlag. Wir waren im Hof, also draußen, blickten zum Himmel auf und beteten: „Herr, wir brauchen einen Kinderwagen. Kümmere Du Dich bitte darum.“ Ein junger Muslim und eine Katholikin: zwei Religionen, aber vereint im Gebet zu Gott. Gott hat uns erhört. Am Donnerstag darauf schenkte uns jemand einen Kinderwagen.“

V.M. – Italien

Verhaltensregeln(500)

 

Rückkopplung

  1. Liz Balzer

    it seems it takes a bit of courage to step outside oneself to recognize the other as family, but when we do, God does the rest.

    Antworten

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