Maria Voce: Die Familie, kreative Ressource

 
Die Präsidentin der Fokolar-Bewegung bei den in der Siedlung Loppiano (Italien) versammelten Familien am 11. März zum 9. Jahrestag des Todes von Chiara Lubich. „Die Familie: Kreative Ressource für das Sozialgefüge eines jeden Volkes”.
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Photo © Caris Mendes – Archivio CSC Audiovisivi

Ich möchte euch heute Nachmittag einladen, mit mir von einer anderen Welt zu träumen, einer Welt, in der wir gerne leben würden“, so beginnt Maria Voce in ihrem Vortrag, nachdem sie vom Leben und dem Einsatz vieler Familien gehört hatte, die sich auf der Bühne abwechselten. Familien, die sich das Charisma von Chiara Lubich zu Eigen gemacht und ihr Leben danach ausgerichtet haben.

Eine Spiritualität, die „in uns den Wunsch weckt, die Welt und die Geschichte aus einer anderen Sicht zu betrachten. Sie lässt uns wahrnehmen, dass jeder von uns mit der gesamten Menschheit verbunden ist. Das betrifft unser ganzes Sein, mit allem, was unsere Persönlichkeit ausmacht: Gefühle, Beziehungen, Schwächen, Emotionen, Schmerz, Einsatz und Träume“, fährt Maria Voce fort.

Und sie erinnert daran, dass „Chiara, als sie am 19. Juli 1967 die Bewegung Neue Familien gründete, erklärt hatte: „… Ihr müsst zuerst (…) in eurer eigenen Familie die Erfahrung machen, die ihr den anderen weitergeben wollt.[1] Wir müssen ein anderer Jesus sein, der auf die Welt, auf die Menge schaut und Mitleid mit ihr hat. Denn dieser große Teil der Welt, den ich euch anvertraut habe (…), ist der am meisten gebrochene, der dem Verlassenen am ähnlichste.[2]

„Heute können wir, so meine ich, diese Aufforderung an die Familie, an jede Familie, neu aussprechen.“

„Aber welche Art von Familie kann eine Welt hervorbringen, die von der Geschwisterlichkeit geprägt ist?“, fragt sich die Präsidentin der Fokolar-Bewegung und gibt sich selbst die Antwort: „Nur Familien, die zwar schwach und unvollkommen sind – wie wir Menschen alle -, aber von innen her mit neuem Leben erfüllt, können der Welt das Licht und die Liebe anbieten, die heilt, und so der Gesellschaft Orientierungsmöglichkeiten aufzeigen.“

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Photo © Caris Mendes – Archivio CSC Audiovisivi

Sie lädt die Familien ein, „die materiellen und geistigen Güter uneigennützig weiterzugeben, den anderen anzunehmen, wie er ist, sich um ihn zu kümmern, ihm mit Freude nahe zu sein, die Werte von einer Generation zur anderen weiterzugeben, die für die menschliche Entwicklung notwendige Korrektur und die Vergebung zu verwirklichen, auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen in ihrer Umgebung einzugehen.“

Sie stellt fest: „Es gibt bereits Strukturen und Einrichtungen zum Wohl der Gesellschaft und der Einzelnen. Doch, so sagte Chiara einmal:„Sie sollten immer mehr auf den Menschen zugeschnitten sein. Wir müssen ihnen eine Seele geben, damit der Geist des Dienens jene Intensität und Spontaneität, jene Liebe zum Menschen erreicht, wie man sie in der Familie findet.“[3]

Sie betont diese unersetzliche Aufgabe der Familie, den Einsatz der Neuen Familien in der ganzen Welt für die Schwächsten, und zitiert einige konkrete Beispiele wie dieses: „In einer Kleinstadt in der Nähe von Chicago entdeckte Carole, dass verschiedene Familien die gleichen Probleme wie sie mit ihrem schwerbehinderten Sohn David hatten. Sie stellte eine ganze Reihe von Aktivitäten zur Sozialisierung junger Behinderter auf die Beine und durch sie für die Familien des gesamten Stadtviertels und schließlich der ganzen Stadt, die dann sogar einen Preis für Entwicklungen im Sozialwesen erhielt.“

Zum Schluss sagt sie: „So etwas könnte als ein Traum erscheinen. Doch die Erfahrungen zeigen, dass es bereits Realitäten sind, manchmal noch ganz klein, gerade erst entstanden, aber schon mit der Stoßkraft des Lebens.“

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[1] C. LUBICH, Beim ersten Schulungskurs für verheiratete und unverheiratete Fokolare, Gründung der Bewegung Neue Familien, Rocca di Papa, 19.7.1967,  Abschrift vom Band.

[2] Ebd.

[3] C. LUBICH,  „Saatkörner der Gemeinschaft für die Menschheit des Dritten Jahrtausends“, Botschaft zum Familyfest, 5. Juni 1993.

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