Maria_Voce„Wie im Allgemeinen Statut vorgesehen wird die Präsidentin immer eine Frau sein. Dadurch soll der marianische und der Laiencharakter der Fokolar-Bewegung unterstrichen und der Plan Gottes bewahrt werden, der den Beginn und die Entwicklung einer Frau anvertraut hat. Es heißt im Allgemeinen Statut: „Die Präsidentin soll vor allem den Vorsitz in der Liebe führen, denn sie soll die Erste in der Liebe sein, entsprechend dem Wort Jesu: ’Wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein’ (Mk 10,44).

Bei der Generalversammlung im Juli 2008 wurde Maria Voce zur  Präsidentin gewählt und am 12. September 2014 von der Generalversammlung für die nächsten sechs Jahre in ihrem Amt bestätigt..

Biographie

Maria Voce wurde am 7. Juli 2008 von der Generalversammlung der Fokolar-Bewegung zur neuen Präsidentin gewählt. Sie ist die erste Präsidentin nach der Gründerin Chiara Lubich, die am 14. März des gleichen Jahres verstorben ist. Am 12. September 2014 wurde sie ein zweites Mal in ihrem Amt bestätigt. Die Wahl ist Frucht der tiefen Gemeinschaft unter den rund 500 Delegierten der Generalversammlung aus aller Welt.

Sie wurde in Ajello Calabro (Cosenza – Italien) am 16. Juli 1937 als erstes von sieben Kindern geboren. Der Vater ist Arzt, die Mutter Hausfrau.

Im letzten Studienjahr der Rechtswissenschaften in Rom (1959) lernt sie eine Gruppe von Fokolaren kennen und ist fasziniert von diesem Leben nach dem Evangelium. Nach dem Abschluss des Studiums übt sie ihren Beruf in Cosenza aus als erste Rechtsanwältin der Stadt. Später folgen Studien in Theologie und Kirchenrecht.

1963 erfolgt der unwiderstehliche Ruf Gottes, Chiara Lubich auf dem Weg des Fokolars zu folgen. Maria Voce verzichtet auf eine vielversprechende Karriere und macht sich auf den Weg nach Grottaferrata bei Rom, um an einem Vorbereitungsseminar für angehende Fokolarinnen teilzunehmen. Chiara gibt ihr den Namen Emmaus, unter dem sie heute in der Bewegung bekannt ist, in Anlehnung an die Erfahrung der Emmausjünger, die dem Auferstandenen begegnen. Eine zentrale Schriftstelle, die das Anliegen des Fokolars zum Ausdruck bringt: die Gegenwart Jesu unter zwei oder drei Menschen, die in seinem Namen versammelt sind (vgl. Mt 18,20).

Von 1964 bis 1972 lebt sie in den Fokolaren von Syrakus und Catania, von 1972 bis 1978 ist sie im Sekretariat von Chiara Lubich tätig und in den folgenden zehn Jahren lebt sie im Fokolar in Istanbul, wo sie Beziehungen auf ökumenischer und interreligiöser Ebene aufbaut, in besonderer Weise mit dem damaligen Patriarchen von Konstantinopel, Demetrios I und zahlreichen Metropoliten, darunter der jetzige Patriarch, Bartolomäus I. Auch zu führenden Vertretern anderer Kirchen hält sie Kontakt. Der Dialog des Lebens kennzeichnet ihre Verbindungen zur muslimischen Welt, die in der türkischen Hauptstadt die Mehrheit stellt.

Als Rechtsexpertin gehört sie seit 1995 zur Scuola Abbà, dem interdisziplinären Studienzentrum der Fokolar-Bewegung, dem Chiara Lubich vorsteht. Seit dem Jahr 2000 ist sie mitverantwortlich für die internationale Studiengruppe „Gemeinschaft und Recht“, einem Netz von Juristen und Jurastudenten, die sich auf dem Gebiet des Rechtswesens engagieren.

Von 2002 bis 2007  arbeitet sie zusammen mit Chiara Lubich an den Änderungen des Allgemeinen Statuts der Bewegung, die 2007 von der Kirche approbiert werden.

Am 7. Juli wird sie zur Präsidentin der Bewegung gewählt. Von Anfang an tritt sie als Präsidentin dafür ein, „den Beziehungen den Vorrang zu geben“ und mit allen Kräften für das Ziel der Bewegung zu arbeiten: den Aufbau der Einheit auf allen Ebenen voranzubringen und alle Wege des Dialoges offen zu halten,  die von Chiara Lubich begonnen wurden.

Am 27. Juli 2008 wird sie zum Abschluss der Generalversammlung zusammen mit dem Ko-Präsidenten Giancarlo Faletti und einer kleinen Delegation von Papst Benedikt XVI empfangen. Am 23. April 2010 empfängt Benedikt XVI sie in Privataudienz. Der Papst spricht vom “Charisma, das Brücken baut und Einheit schafft” und fordert sie auf, diesen Weg mit erneutem Einsatz fortzusetzen aus einer immer tieferen Liebe und im Streben nach Heiligkeit.

Im Oktober 2008 nimmt sie an der Synode der Bischöfe über „Das Wort Gottes im Leben und im Auftrag der Kirche“ teil.

Am 24. November 2009 wird sie von Papst Benedikt XVI zur Beraterin des Päpstlichen Rates für die Laien ernannt und am 7. Dezember 2011 zur Beraterin des Rates zur Förderung der Neuevangelisierung.

Sie unternimmt zahlreiche Reisen, um die Fokolar-Bewegung vor Ort zu besuchen und die Beziehungen zu Persönlichkeiten aus dem zivilen und kirchlichen Leben, aus Kultur und Politik, aus der Ökumene und dem interreligiösen Dialog aufrecht zu halten und zu vertiefen. Hervorzuheben sind dabei: die Reise nach Afrika 2009 und im Januar-Februar 2010 die  Reise nach Asien; im Februar 2011 die Reise ins Heilige Land; im März-April 2011 Nordamerika und im März-April 2012 Südamerika; Australien und Neuseeland folgten im Januar-.Februar 2013; Jordanien August-September 2013, Brasilien März-April 2014. Wichtige Begegnungen, um die freundschaftlichen Bande, die zum Teil bereits siebzig Jahre lang bestehen, zu stärken. Neue Entwicklungen auf dem Weg der Geschwisterlichkeit sind vorauszusehen.

Am 12. September 2014 wurde sie ein zweites Mal zur Präsidentin gewählt. Der Vatikan hat die Wahl bestätigt – wie es im Allgemeinen Statut der Bewegung vorgesehen ist: „Zu Beginn ihres zweiten Mandates wünschen wir Frau Dr. Maria Voce die besondere Nähe des Heiligen Geistes. Wir stellen ihren Dienst in den Schutz der Gottesmutter, deren Namensfest wir heute feiern“, schrieb Kardinal Rylko, der Präsident des Päpstlichen Laienrates.

Aus dem Leben

Artikel

12345...»